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Der Brauch des Kerbebaums

Der Kerbebaum, in anderen Gegenden auch Kirchweihbaum oder Kirmesbaum genannt, bildet in der Regel den Mittelpunkt der Kerb. In Nieder-Olm fährt der jeweilige Kerbejahrgang mittwochs mit Traktoren und Anhängern in den Ober-Olmer Wald, um den zuvor vom Förster ausgesuchten Baum abzuholen. Meist handelt es sich um eine Fichte. Die Tanne wird bis kurz vor der Krone von allen Zweigen befreit. Die Aufstellung des Baumes am Kerbesamstag ist alljährlich der offizielle Beginn der Kerb.

Ein tödlicher Unfall 1989 in Finthen, bei dem ein 18-jähriges Mädchen von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde, hat dazu geführt, dass die Sicherheitsmaßnahmen beim Baumaufstellen erhöht wurden. Seitdem hilft die Freiwillige Feuerwehr beim Aufstellen des Baumes.

Der Kirchweihbaum hat seinen Ursprung in den Bräuchen zum Maibaum, der für Glück und Segen sowie Gedeihen und Wachstum steht. Er galt bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Rechtssymbol und Garant für einen friedvollen Ablauf des Kirchenfestes. Zur Eröffnung des Festes wurde daher das Friedensgebot, der sogenannte Kirchweihschutz, verlesen.

Bilderquelle: Stadtarchiv Nieder-Olm, Fotograf Rudi Klos; Privatarchiv Karl Horn; Privatarchiv Peter Becker