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Wenn der Stadtbürgermeister im Kindergarten vorliest - Dieter Kuhl hospitiert in den Einrichtungen seiner Stadt – Auftakt im Zauberschloss

Das ist jetzt mal ein ganz neues Arbeitsgefühl für den Nieder-Olmer Stadtbürgermeister: Strahlend sitzt er in der Ecke der roten Gruppe im Kindergarten Zauberschloss. Umringt von Kindern, die ihn mit offenen Augen und Mündern staunend ansehen und zuhören. Dieter Kuhl liest vor. Und zwar ausnahmsweise einmal keine trockenen Haushaltspläne, Bauvoranfragen oder sonstige bürokratischen Texte. Nein, dem Ort des Geschehens angemessen liest er aus Kinderbüchern vor.
Warum macht er das nur? „Für mich ist das der Start einer Hospitationsrunde durch sämtliche städtischen Einrichtungen“, sagt Kuhl. In den Kindergärten  fängt er an, über Bauhof, Bücherei,  Hausmeister, Jugendpflege geht es weiter. Die Arbeit seiner Mitarbeiter will er so besser kennenlernen, erleben was vor Ort vor sich geht, Notwendigkeiten besser verstehen. Wichtig ist dem Bürgermeister dabei aber, nicht nur mal eben kurz vorbeizuschauen. Vielmehr will er, für einige Stunden wenigstens, richtig in den Arbeitsalltag eintauchen, Teil der jeweiligen Teams sein. Mitarbeiten.
Deshalb also die Vorlesestunde. Zuvor war Kuhl schon im Morgenkreis dabei, lernte mit den Kindern vieles über Schnecken und das Weltall: „Es ist erstaunlich, was die Zwei- und Dreijährigen schon alles wissen.“  Das sei natürlich auch Ergebnis der kompetenten Arbeit des engagierten Kindergartenteams, sagt er. Ihre Arbeit könne man gar nicht hoch genug einschätzen. Sie sei sehr anstrengend und aufreibend, aber auch erfüllend. Ihm als Bürgermeister sei es sehr wichtig, diese hochwertige pädagogische  Arbeit wertzuschätzen. Auch das sei ein wichtiger Grund für sein „Praktikum“.
Später geht der Bürgermeister noch mit an die frische Luft, spielt mit den Kindern auf dem Spielplatz Fußball und freut sich über den im vergangenen Jahr frisch eingeweihten Außenbereich, den die Eltern mit dem Team und den Kindern gebaut haben. Beim Mittagessen ist er auch dabei: „Das Essen schmeckt, die Kleinen haben ganz schön was weggeputzt“, freut er sich, dass die Qualität des selbst gekochten Essens stimmt. Da kommt dann die Ruhezeit danach genau richtig.
Zu guter Letzt will Dieter Kuhl nach außen hin auch deutlich machen: Ehrenamtlicher Bürgermeister sein, heißt in einer Stadt mit 10.000 Einwohnern nicht nur, ein politisches Amt auszuüben, mit Stadtratssitzungen, politischen Debatten, Entscheidungen, Verwaltungsarbeit. „Bürgermeister sein heißt auch, eine kleine Firma zu führen und das im Ehrenamt.“ Die Stadt Nieder-Olm habe 76 Angestellte in vielen verschiedenen Bereichen, die er als Chef führen muss, die seine Entscheidungen und die der politischen Gremien umsetzen müssen. Da tue es gut, einmal einen tieferen Einblick zu erhalten.   

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Viel Spaß hatte Dieter Kuhl im Kindergarten mit Janne, Mina und Laura. Erzieherin Tatjana Janz unterstützte ihn dabei.
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