Neues Metten-Werk: Blindenhund macht Skulpturenweg komplett

Stadtbürgermeister Dieter Kuhl eröffnet die Einweihung

Kinder der Liesel-Metten-Schule enthüllen das Kunstwerk

Mettens Blindenhund zum Anfassen enthüllt

Liesel Mettens - Der Kleine Rudi Klos

Brezelfresser, Gänseliesel, Schafherde mit Schäfer, Raupe, Schneckenspur, Wasservögel – die über ihre Heimatstadt verteilten Skulpturen der Nieder-Olmer Künstlerin Liesel Metten haben Zuwachs bekommen: An dem kleinen Plätzchen in der Kleinen Untergasse steht jetzt der Blindenhund. Eine Skulptur, die Metten gemeinsam mit acht Kindern der nach ihr benannten Liesel-Metten-Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung gestaltet hat. Ein halbes Jahr lang hat die Künstlerin mit den Schülern gewerkelt gestaltet. Jetzt wurde der Blindenhund feierlich eingeweiht.
„Die Idee kam mir in Münster – da gab es einen betastbaren Stadtplan“, sagte Liesel Metten. Ein Schulprojekt spukte schnell in ihrem Kopf herum. Zunächst wollte sie die Tiere in die Städte Alzey, Worms, Mainz und Bingen aufstellen, „weil da überall unsere Kinder herkommen“. Doch schnell war im Zusammenspiel mit Stadtbürgermeister Dieter Kuhl das Vorhaben geboren, den Blindenhund zum Metten-Skulpturenweg der Stadt hinzuzufügen. Gesponsert hat das Projekt der Unternehmer Peter Eckes im Rahmen des Jubiläums 200 Jahre Rheinhessen, dessen Motor er als Vorsitzender von Rheinhessen-Marketing ist. Dafür dankte ihm der Stadtbürgermeister ausdrücklich.
„Nieder-Olm hat Liesel und Johannes Metten viel zu verdanken“, sagte Kuhl. Die beiden hätten hier einen guten Nährboden für Kunst geschaffen, ein Stück Identität für Nieder-Olm. Was den Standort für die Skulptur angeht, hatte Kuhl noch zwei Anekdoten parat – eine mit Augenzwinkern vorgetragen. Eine mit viel Respekt! Denn da, wo seit einigen Jahren ein kleiner Springbrunnen und jetzt eben der Blindenhund steht, stand vor vielen Jahren das Elternhaus seines Vaters. Auf diesem kleinen Grundstück, „das ist heute kaum noch vorstellbar.“ Und gegenüber lebte der bekannte Nieder-Olmer Fotograf Rudi Klos, für den Metten eine Miniskulptur fertigte – in Sichtweite des Blindenhundes.
Der Blindenhund selbst hat den Baum aus dem Stadtzentrum, eine Selzbrücke, ein Trullo, drei Pappeln, eine alte Scheune und ein Schaf auf seinem Rücken – rheinhessische und Nieder-Olmer Symbolik pur. Die besten Entwürfe der Schüler wurden dafür ausgewählt. Die anderen stehen auf Landschaftsplatten an anderen Orten aus. Jetzt würde die Künstlerin noch gerne eine Broschüre zum Werk herausgeben. Vielleicht ist da das Projekt „Kinder zum Olymp“ ein Weg, zu dem sich Metten, die Schule und der Blindenhund auf Anregung der Landesregierung bewerben sollen: Da wäre eine Broschüre gut für die Bewerbungsunterlagen. Für die Landesregierung war übrigens der Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, Salvatore Barbaro bei der Einweihung dabei: „Liesel Mettens Skulpturen schreien geradezu danach, angefasst zu werden“, lobte er. „Sie prägen das Gesicht der Stadt.“
Metten dankte der Stadt Nieder-Olm und Bürgermeister Kuhl für die Unterstützung. Und auch Schulleiterin Gabriele Ptok fand lobende Worte: „Unsere Schule und die Schüler sind ein Teil von Nieder-Olm.“ Das merke man immer wieder, dafür sei sie dankbar.
Kuhl hatte immerhin vor etwa einem Jahr den Mäzen Eckes für das Projekt begeistert: „So wurde dies zu einem Gemeinschaftsprojekt, zu einem sozialen Projekt“, sagte Eckes, der sich vorstellen kann, die Begeisterung für die Werke der Künstlerin auch weiterhin in finanziellen Mitteln auszudrücken: „Wenn es Ihnen Spaß macht, macht es mir auch Spaß. Dann finanziere ich auch noch weitere Projekte“, sagte er in Richtung der Künstlerin.  Wenn das mal kein Arbeitsauftrag war.

Text und Bilder: Bardo Faust