„missio“ informiert eindrucksvoll zum Thema „Menschen auf der Flucht“

Dekan Pfarrer Hubert Hilsbos (l.) und Stadtbürgermeister Dieter Kuhl waren beeindruckt von der multimedialen Ausstellung zum Thema Flucht im „Misso-Truck“.

„Pack sofort dein Leben zusammen“

Auf Einladung der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus von Assisi, in Kooperation mit der Stadt Nieder-Olm, hat der Missio-Truck mit seiner multimedialen Ausstellung zum Thema "Menschen auf der Flucht" für einen Tag auf dem Rathausplatz Station gemacht.
Was es heißt, wenn unter Kriegslärm überlegt werden muss, was zum Fluchtgepäck gehören soll? Wie es sich anfühlt, auf einem Lastwagen versteckt mitgenommen zu werden? Diese und andere Situationen wurden den Besuchern am Beispiel persönlicher Schicksale in den Bürgerkriegsregionen des östlichen Kongo realitätsnah und eindrucksvoll vermittelt.
„Die Geschichte des Kongos ist eine Ausbeutungsgeschichte. Kautschuk, Elfenbein, und heute eben Coltan, das unter anderem auch für zur Herstellung unsere Handys gebraucht wird. Der Krieg, der im Kongo wütet, ist keineswegs ein ethnischer Krieg, sondern ein organisierter Wirtschaftskrieg“, informierte Manuela Vosen, pädagogische Mitarbeiterin des katholischen Hilfswerks „missio“ und stellte den Bezug zur westlichen Welt her. „Im Kongo sind bereits acht Millionen Menschen gestorben, das ist der blutigste Konflikt seit dem zweiten Weltkrieg.“
„Die Ausstellung sensibilisiert für besseren Umgang mit Ressourcen und schafft mehr Verständnis für Flüchtlinge. Jeder kann danach besser nachvollziehen, was hinter einzelnen Schicksalen steckt“, fasste Stadtbürgermeister Dieter Kuhl seine Eindrücke zusammen. Dekan Pfarrer Hubert Hilsbos ergänzte: „Diese multimediale Reise regt unbedingt zum Nachdenken an und ist eine gute Möglichkeit, Menschen bei uns, das Thema Flucht nahe zu bringen. Es gehört längst auch in unsere Welt.“ Beide waren daher sehr zufrieden, dass die Ausstellung regen Zuspruch fand.