Gedenktafel für Opfer des Luftangriffs am Nieder-Olmer Bahnhof eingeweiht

(v.l.) Helga Janz, Marliese Hessinger, Heinrich Barth und Stadtbürgermeister Dieter Kuhl bei der Einweihung der Gedenktafel für die Opfer des Luftangriffs auf den Nieder-Olmer Bahnhof

Erinnern erfordert Sichtbarmachen

Eine Gedenktafel am Nieder-Olmer Bahnhof erinnert ab sofort an die 13 Menschen, die in den Abendstunden des 3. Februars 1945, während eines schweren Bombenangriff  zu Tode kamen, darunter auch sieben Kinder. Der einst 1894 erbaute Bahnhof wurde dabei völlig zerstört.
„Erinnern erfordert Sichtbarmachen“, ermahnte Stadtbürgermeister Dieter Kuhl vor der Enthüllung. Mitglieder des Stadtrates, interessierte Bürger und Hinterbliebene waren gekommen, um der Bedeutung des Ereignisses Ausdruck zu verleihen. Mit dem Gedenken an die schrecklichen Verbrechen vergangener Kriege ginge die Mahnung an die Lebenden einher, dass nichts in Vergessenheit geraten dürfe, was einst geschah, so Kuhl. Daher sei er dankbar für die Initiative von Frau Helga Janz, diese Tafel zu errichten. Sie hatte als zehn Monate altes Baby ihren Vater Jakob Eckert, einen Mitarbeiter der damaligen Reichsbahn, bei diesem Luftangriff verloren. Helga Janz sei viele Jahre immer wieder dafür eingetreten, die Erinnerung an diese Menschen wach zu halten, würdigte der Stadtbürgermeister. „Ich bin der Stadt dankbar, dass mit der Gedenktafel nun auch ein für alle Menschen sichtbares Zeichen verwirklicht wurde“, erklärte sie und sprach auch für Marliese Hessinger, deren Schwiegervater Ferdinand Hessinger im Bombenhagel des 3. Februars gestorben war. Der 89jährige Saulheimer Heinrich Barth überraschte mit seinem Besuch. Er war der einzige Überlebende des Angriffs. „Ich arbeitete damals als Junghelfer am Bahnhof und wurde von Jakob Eckert und Ferdinand Hessinger an diesem Abend vorzeitig nach Hause geschickt, da nicht mehr viel los war. Das war mein großes Glück“, erzählte er dankbar.
Stadtbürgermeister Dieter Kuhl bedankte sich bei Helga Janz, die sich überdies mit 500 Euro an der von der Stadt Nieder-Olm finanzierten Bronzetafel beteiligt hat, bei Karl-Heinz Stauder für deren Gestaltung und auch bei Irmtrud und Hugo Möller, die mit der „Interessensgemeinschaft Geschichte“ seit vielen Jahren dazu beitragen, dass die Vergangenheit der Stadt lebendig bleibt.