Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit

Gemeinsam mit Diakon Michael Michalsen (l.) legte Stadtbürgermeister Dirk Hasenfuss einen Kranz vor dem Ehrenmal nieder.

Die Schüler des Gymnasiums Nieder-Olm, Amelie Wasmayr und Daniel Moßmann, formulierten ihre eigenen Gedanken zum Volkstrauertag.

Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2019 auf dem Nieder-Olmer Friedhof

Zum jährlichen Volkstrauertag versammeln sich seit seiner Einführung 1922 Bürgerinnen und Bürger allerorts in Deutschland, um der Opfer von Krieg und Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart zu gedenken. So auch jetzt wieder auf dem Friedhof in Nieder-Olm, wo der Bläserchor Nieder-Olm und die Sängervereinigung 1942 sowie Fahnenabordnungen des Liederkranzes 1946 und des Nieder-Olmer Carneval Clubs der Gedenkstunde einen würdigen Rahmen gaben.
Stadtbürgermeister Dirk Hasenfuss verlas das Gedicht „Kriegslied“ (1778) von Matthias Claudius, in dem der Dichter seine heute noch modern wirkende Kritik am Krieg formulierte. Der Bürgermeister erinnerte in seiner Rede an Menschen, die in den beiden Weltkriegen ums Leben kamen. Er ermahnte aber auch, dass sich der Volkstrauertag nicht nur in der Rückschau und in der Tradition erschöpfen darf. „Unsere Gedanken sind auch bei den Angehörigen jener Menschen, die in unseren Tagen Opfer von Kriegen, Bürgerkriegen und Terrorismus geworden sind. Wir in Europa leben in sozialer Sicherheit, in Frieden und Freiheit, aber das ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte Hasenfuss. Den Frieden zu bewahren sei das gemeinsame Ziel – und dabei gegen den wieder aufkommenden Rechtsextremismus, gegen Hass und Diskriminierung anzustehen.
Eindrucksvoll formulierten anschließend auch die Schüler der 12. Klasse des Gymnasiums Nieder-Olm, Amelie Wasmayr und Daniel Moßmann, ihre eigenen Gedanken zum Volkstrauertag. Sie fühlten sich als Europäer uns seien dankbar in einer Demokratie aufgewachsen zu sein. Für den Frieden in Europa und in der Welt müsse man kämpfen. Die Bewahrung der Demokratie erfordere aktive Mitarbeit, gerade auch von jungen Menschen.
Im Namen der beiden Kirchengemeinden gedachte Diakon Michael Michalsen von der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus von Assisi mit einem Gebet der Opfer von Krieg und Gewalt. Oberstleutnant d.R. Dr. Rainer Wessel von der Reservistenkameradschaft Selztal erinnerte an das 100 jährige Jubiläum des VDK (Verband Deutscher Kriegsversehrter) in diesem Jahr und hob hervor, dass unsere Grundrechte ein hohes Gut seien, um die man immer kämpfen müsse.
Zum Abschluss der Gedenkfeier wurden gemeinsam vor dem Ehrenmal Kränze niedergelegt.

Text und Bilder: Annette Pospesch für Stadt Nieder-Olm