Erweiterung des Rewe-Einkaufsmarktes

Für den Nieder-Olmer Stadtbürgermeister Dieter Kuhl ist es eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte der vergangenen Jahre:  die Erweiterung des Rewe-Einkaufsmarktes am Woog samt Neubau eines Parkhauses.  „Wir haben jetzt die Möglichkeit, die missliche städtebauliche Situation in dem Bereich zu verbessern“, sagte er in der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Nieder-Olm. Vertreter von Rewe und vom planenden Architekturbüro Graf und Graf stellten das Vorhaben den Ausschussmitgliedern und der Öffentlichkeit vor.
Rewe will von den derzeit an dem Standort genutzten 900 Quadratmetern Verkaufsfläche auf 1600 Quadratmeter wachsen. Für den Lebensmittelkonzern ein Muss: „So wie bisher können wir an diesem Standort nicht mehr bestehen“, sagte Rewe-Projektmanagerin Roswitha Bank. Zu klein und nicht mehr wirtschaftlich sei dies. Als Beispiel nannte sie die Tatsache, dass bereits vor geraumer Zeit der im Markt ansässige Bäcker geschlossen hat – aus Platznot. Es habe also nur die Wahl zwischen Ausbau oder langfristig einer Schließung bestanden. Eine Variante, vor der es Dieter Kuhl graute: „Dann hätte ein dauerhafter Leerstand gedroht“, sagte er und befürchtete eine Verwahrlosung der Ecke.
Doch Rewe hat sich zum Ausbau entschlossen. Und dafür investiert der Konzern auch eine Menge Geld. Denn vor dem Bau steht die Übernahme des gesamten Geländes, in dem der Markt bisher nur Mieter ist.   „Wir planen hier nicht kurzfristig, sondern für die nächsten 20 bis 30 Jahre“, sagte Roswitha Bank. In dem neuen, größeren Markt soll es dann deutlich mehr Frischeprodukte, wie etwa Obst und Gemüse geben. Frischer Fisch wird laut Bank im Angebot sein, ein Getränkemarkt und  dann auch wieder ein Bäcker gehören ebenfalls dazu. Dabei soll so weit wie möglich mit regionalen Anbietern zusammengearbeitet werden.
Vom Architekturbüro stellte Gerd Graf die Planungen vor. Dabei machte er deutlich, dass der alte Rewe-Markt nicht abgerissen wird. Vielmehr werden dort künftig im Wesentlichen die Nebenräume  und der Getränkemarkt unterkommen. Der Anbau erstreckt sich auf dem Gelände des jetzigen Parkplatzes vor dem Markt. Geplant ist ein gläserner Eingangsbereich mit Arkaden. An den Seiten sind Natursteinfassaden vorgesehen, aufgelockert mit bodentiefen Fenstern:  „Das wird eine Arrondierung des Bussolengoplatzes, der jetzt ja ein wenig ausgefranst ist“, sagte Gerd Graf.
Vergrößert wird auch die Zahl der Stellplätze – direkt vor dem Markt und im neu zu bauenden Parkdeck, das dreistöckig auf einem Teil des Geländes des jetzigen öffentlichen Parkplatzes am Woog  entstehen soll.   Es wird etwa 5,80 Meter bis 6 Meter hoch und intensiv begrünt. „Das wird ein sanfter, grüner Baukörper, der Licht und Luft durchlässt“, sagte Graf. Insgesamt sind 277 Stellplätze auf dem gesamten Areal geplant – etwa doppelt soviel, wie es  derzeit gibt. Die Zufahrt ist zweigeteilt geplant – über die Pariser Straße und über die Straße „Am Woog.“
Die Zunahme an Parkplätzen ist für Dieter Kuhl ebenfalls ein wichtiger Schritt in die Zukunft: „Die Stadt wächst, da werden auch mehr Stellflächen gebraucht.“ Und diese am Stadtrand einzurichten, sei sinnvoll, zumal die Parkplätze, die am Ende dem Rewe-Markt direkt zugeordnet sind außerhalb der Öffnungszeiten der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Für die Anwohner des alten Ortskerns stellte der Stadtbürgermeister zudem eine Anwohnerparkregelung in Aussicht.  Kuhl hofft außerdem, dass sich etwa für den ehemaligen Getränkemarkt ebenfalls eine gastronomische Nutzung finden wird, die den Bussolengoplatz dann zu einem attraktiven Teil der Stadt machen würde.
Der Bauausschuss empfahl schließlich einstimmig dem Stadtrat, den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu fassen. Nötig ist dies, weil das 1,1 Hektar große Gelände bisher Mischgebiet ist, jetzt aber ein Sondergebiet nötig ist. Im Laufe des Verfahrens werden unter anderem auch Verkehrsgutachten, Lärmgutachten sowie ein artenschutzrechtliches Gutachten erarbeitet.