Ein Zeichen setzen für den Frieden

In seiner Rede zum Volkstrauertag mahnte Stadtbürgermeister Dieter Kuhl auch zum kritischen Nachdenken über aktuelle Ereignisse

Beim Volkstrauertag in Nieder-Olm wurde auch in die Zukunft geschaut
„Am Volkstrauertag 2018 gedenken auch wir in Nieder-Olm aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Er ist ein Tag des Gedenkens, der stillen Einkehr, aber auch der kritischen Reflexion in Zeiten, in denen nationalistische fremdenfeindliche Parolen in den öffentlichen Raum vordringen“, mahnte Stadtbürgermeister Dieter Kuhl während der Gedenkstunde auf dem Nieder-Olmer Friedhof.  Seine Worte waren ein eindrucksvolles Plädoyer für eine Welt ohne Gewalt und Vorurteile, für ein Leben in Frieden. Zu dem feierlichen Anlass waren bei herrlichem Sonnenschein, neben Vertretern der Stadt und der Kirchengemeinden, auch viele Nieder-Olmer Bürgerinnen und Bürger gekommen. Der Bläserchor Nieder-Olm und der Gesangverein Liederkranz 1946 Nieder-Olm sorgten stimmig für die musikalische Umrahmung.
„Bewahre uns davor, das Gewesene zu vergessen“, betete die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, Julia Freund. In ihren Worten des Gedenkens erinnerte sie an all die Leben, die geprägt wurden von Not, Leid und Zerstörung und die dabei körperlichen und seelischen Schaden genommen haben.
Dass sich auch Schüler an der Gestaltung der alljährlichen Gedenkfeier beteiligen, ist eine gute Tradition in Nieder-Olm. So beschworen die Gymnasiasten Amelie Wasmayr und Daniel Moßmann in ihrer Rede die Menschen der heutigen Generation, doch aus der Vergangenheit zu lernen und es nie wieder zuzulassen, dass junge Menschen durch Krieg sterben und Eltern um ihre Kinder weinen müssen.
Eine einseitige Friedensbereitschaft sei leider keine Garantie für Frieden, wie der IS-Terror als jüngstes Beispiel zeige, sagte Dr. Rainer Wissel von der Reservistenkameradschaft Selztal, warb aber weiterhin für einen gewaltfreien Diskurs, der viel Mut und Zivilcourage erfordere. Zum Abschluss der Gedenkfeier  legten Vertreter der Reservistenkameradschaft zusammen mit Stadtbürgermeister Dieter Kuhl drei Kränze am Denkmal für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs nieder.