Hell, freundlich, modern: Das Schmuckstück Juhubu-Haus

v. l. Architekt Gerold Diehl, 1. Beigeordneter Klaus Knoblich, Stadtbürgermeister Dieter Kuhl

Garten des Juhubu-Hauses

Nach 10 Monaten Umbauzeit weihte Stadtbürgermeister Dieter Kuhl historisches Gebäude ein

Hell, freundlich, modern: Das grundsanierte Juhubu-Haus in Nieder-Olm kommt ganz anders daher, als vorher: „Ich denke, das kann sich sehen lassen“, sagte Stadtbürgermeister Dieter Kuhl bei der Einweihung des Hauses in der Pfarrgasse, das vom Kindergarten über den selbstverwalteten Jugendtreff bis hin zu Seniorentreff, Begegnungsstätte, Feierraum und Platz für Vereine schon viele verschiedene Nutzer gesehen hat.
Die Historie des Hauses, der Ortsbild prägender Charakter und die Bedeutung für die Stadt standen dann auch im Mittelpunkt der Ansprachen. Denn kurze Zeit habe es zur Debatte gestanden das Haus abzureißen. „Aber in der Vergangenheit ist viel zu viel alte Bausubstanz abgerissen worden in Nieder-Olm“, sagte Kuhl. Deshalb sei es die richtige Entscheidung des Stadtrates gewesen, das alte Haus zu erhalten und zu sanieren: 310.000 Euro kostete das Projekt, das Land beteiligte sich über die Städtebauförderung mit 150.000 Euro und der Kreis über die Ehrenamtsförderung mit 7500 Euro. Dieses Geld ging in die 15.000-Euro teure Küche, die zur Hälfte von der Arbeiterwohlfahrt finanziert wurde.
Kuhl erinnerte daran, dass das Juhubu-Haus um das Jahr 1900 herum als katholischer Kindergarten gebaut wurde, direkt angrenzend an das damalige Pfarrhaus und hinter dem alten Schwesternhaus, das vorne an der Straße stand.  Das Schwesternhaus wurde irgendwann abgerissen, der Pfarrer zog um, die alte Kita stand lange leer – ehe dort in den 70er-Jahren die Jugendlichen des Dorfes einzogen und dort einen selbstverwalteten Jugendtreff installierten: „Wir haben das Haus sozusagen besetzt“, sagte Dieter Kuhl, der einer der Initiatoren dieser Aktion war. Aus dieser Zeit stammt auch der Name Juhubu-Haus, „ein Nonsens-Name ohne tiefere Bedeutung“, wie der Bürgermeister auf Nachfrage von Ursula Hartmann-Graham erläuterte. Die zweite Beigeordnete des Kreises überbrachte die Glückwünsche des Landkreises Mainz-Bingen.
Bis Anfang der 90er-Jahre war der Jugendtreff dort platziert, dann war es Seniorentreff und die Vereine hielten Einzug. Die AWO nutzt das Gebäude oft, der NOCC, NOCV und auch der Liederkranz, der sich ebenfalls an der Sanierung beteiligt hat: Der schön hergerichtete Garten geht auf das Konto des Gesangvereins, der sich auch künftig um die Pflege kümmern will. Rund 100 Stunden haben die Sängerinnen und Sänger investiert.
„Das Gebäude hat sich in die erste Reihe gemogelt“, sagte Architekt Gerold Diehl, der es ebenfalls begrüßte, dass saniert und nicht abgerissen wurde: „Das ist ein Stück gebaute Heimat. Alles was weggerissen wird, zerstört ein Stück Identität.“ Diehl dankte ebenfalls den vielen Handwerkern und dem 1. Beigeordneten der Stadt, Klaus Knoblich, die an dem 10 Monate dauernden Umbauprojekt mitgewirkt haben. Der Zornheimer erwähnte dazu noch ein paar harte Fakten: So gibt es in Richtung Garten jetzt einen 25 Quadratmeter großen Anbau, der die kleine Andien-Küche beherbergt und einen Hintereingang, versehen mit einer großzügigen Rampe für mobilitätseingeschränkte Menschen. Dafür ist der rund 80 Quadratmeter große Hauptraum nun frei von Theke und Küche und bietet somit viel mehr Platz. Im Keller gibt es 50 Quadratmeter, im Dach 70 Quadratmeter Stauraum.
 „Ich denke, wir haben mit der Schmiede Wettig, dem Alten Rathaus und nun dem Juhubu-Haus drei richtig schöne Schmückstücke für unsere Bürger geschaffen“, sagte Dieter Kuhl.
Pfarrer Hubert Hilsbos sprach anschließend Segensworte und wünschte dem Haus eine gute Zukunft.

 

Text und Bild: Bardo Faust