Erfolgreiche Ausstellung im Alten Rathaus - Gesichter, Erinnerungen, Anekdoten

Interessiert betrachten Stadtbürgermeister Dieter Kuhl und Landtagsabgeordnete Frau Dorothea Schäfer die historischen Bilder gemeinsam mit den Vertretern der IG Geschichte (v. r. n.l.) lrmtrud Möller, Hugo Möller, Dr. Katharina Weisrock

IG Geschichte präsentiert im Alten Rathaus Fotos von Alt Nieder-Olm
Nieder-Olm.   Die Organisatoren waren überwältigt: „Mit so einem Andrang hätten wir nicht gerechnet“, sagte Irmtrud Möller von der Nieder-Olmer IG Geschichte. Die Gruppe hatte einmal mehr ins Alte Rathaus geladen und einige Bilder aus ihrem Fundus gezeigt: Fotos aus Alt-Nieder-Olm. Und da gab es einige Aha-Erlebnisse. Zum Beispiel das Elternhaus der eigenen Mutter. Oder die alte Obstannahmestelle in der Pariser Straße: „Und der Mann da auf dem Pferdewagen ist mein Großvater“, sagte etwa Irmtrud Möller mit Blick auf das Bild.
Und so ging es vielen alteingesessenen Nieder-Olmern beim Anblick der Bilder. Alte Erinnerungen wurden abgeglichen, in den Köpfen nach den Namen für die Gesichter gekramt, Anekdoten ausgetauscht. Und die ebenfalls in großer Zahl anwesenden Neubürger nutzten die Gelegenheit für einen Blick in die Vergangenheit ihres Wohnortes, der ja mittlerweile zu einer richtigen kleinen Stadt mit mehr als 10.000 Einwohnern herangewachsen ist.
Fünf Stunden hatte die Ausstellung geöffnet. Und fünf Stunden lang war mächtig was los. Immer wieder kamen neue Gäste in die drei Räumen und nutzen auch die Gelegenheit, sich bei Kaffee, Kuchen, Gulaschsuppe und Schmalzbrot auszutauschen. Oder sie hörten Stadtbürgermeister Dieter Kuhl zu, der die Gäste offiziell begrüßte und sich ebenfalls freute, wie groß das Interesse war: „Das nächste mal müssen wir die Festhalle mieten“, sagte er scherzhaft und bedankte sich bei der IG Geschichte für ihr wichtiges Engagement, denn: „Wenn wir die Vergangenheit nicht betrachten, machen wir vielleicht erneut alte Fehler, weil wir nicht aus den gemachten Erfahrungen gelernt haben.“  Es sei einfach wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, wie der Ort früher einmal war, als er noch ein Dorf war. Mit 2000 oder weniger Einwohnern. 
Namentlich dankte Kuhl Irmtrud und Hugo Möller, Hannelore Hesselmann, Waltraud Plattner, Katharina Weisrock und Helmut Schmitt, die immer präsent seien und viel Arbeit in die Interessensgemeinschaft steckten. Dies würdigte auch die Landtagsabgeordnete Dorothea Schäfer: „Geschichte führt Menschen zusammen“, sagte die Historikerin und lobte die liebevolle Präsentation der Fotos. Irmtrud Möller gab für die IG noch einen kleinen Ausblick. So sei eine Ausstellung mit Bildern von vielen alten Nieder-Olmern geplant, allesamt aus dem Fundus des ehemaligen AZ-Fotografen Rudi Klos. Dabei erhofft sich die IG, dass noch viele offenen Namen zugeordnet werden können und damit die Arbeit der IG wieder ein Stückchen weiter geht.
Stadt Nieder-Olm

Text und Foto: Bardo Faust